OneNote öffnet seine Pforten – die Service API ist da!

openwindowApps für Microsoft Office sind offen für alle Geräte und Systeme und sind daher in aller Munde. Langsam aber sicher füllt sich der Office App Store mit praktischen, web-basierten Helfern, die anders als die alten Add-Ins für Office nicht mehr strikt proprietär sind und vor allem auf aktuellen Web-Standards, nämlich HTML 5 und JavaScript basieren. Bisher war OneNote jedoch von diesem grossen Fortschritt vergleichsweise weitgehend im Abseits. Klar gibt es seit einiger Zeit die OneNote Online App und die OneNote App für Windows 8. Der wirkliche Dammbruch für Nutzer und Entwickler ist nun endlich gekommen!

Die letzten Tage (Startschuss 17. März 2014) wurden wir für OneNote-Verhältnisse förmlich überflutet mit neuen Apps, die im Grossen und Ganzen nach dem gleichen Prinzip funktionieren: Anmelden bei OneDrive, Erstellen einer Seite und Content hochladen – schnell, web-basiert, kostenlos, einfach cool.

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Quelle: Office Blogs

OneNote Clipper, die Office Lens App, E-Mail-Empfang für Notizbücher, erste Apps für OneNote von Integration Partners , OneNote für Mac, eine kostenfreier OneNote Client für Windows 7 und Windows 8 sind die Innovationen, die seit Stunden über die Newsticker der Microsoft-Branche jagen. Vor allem der E-Mail-Empfang von OneNote hat hohes Potential, da der fast gleichwertige OneNote-Drucker in den letzten Jahren bei nicht wenigen Nutzern aufgrund fehlerhafter Office-Konfiguration einfach nicht funktionieren wollte. Ausserdem geben damit die lieben EverNoter nun auch endlich Ruhe. Das beste – und damit nun wirklich zum eigentlichen Thema: es ist noch deutlich mehr zu erwarten – von Microsoft und allen, die eine coole Idee haben und ein bisschen Code schreiben können.

Die Frage, “warum oder woher kommen all diese Apps auf einmal?”, lässt sich leicht beantworten. Ohne eine moderne API keine modernen Apps. Diese steht nun öffentlich zur Verfügung und eröffnet viele neue Möglichkeiten für Developer, auch ausserhalb der Microsoft-Domäne (SharePoint lässt grüssen).

Die Service API ist für alle heute gängigen Systeme ansprechbar und ermöglicht es dem Nutzer, sich mit jedem Gerät an OneDrive anzumelden (OAuth), eine Seite in der Section “Quick Notes” anzulegen und dort Inhalte zu speichern. Gleichzeitig stellt die API die automatisch Zeichenerkennung (Textbrücke, bzw. OCR) bereit, die zuletzt dank der Such-Funktionalität hohen Nutzerkomfort ermöglicht. Anschliessend kann der Nutzer einzeln oder zu Mehreren diese Inhalte abrufen und bearbeiten. Da es sich zeitgemäss um ein Web-Interface handelt, können REST-Abfragen über ein verschlüsseltes Protokoll (HTTPS) über zahlreiche Web-Dienste hinweg versendet werden. IFTTT Recipes liefert für solche Anwendungsfälle eine Fülle an Web-Connectoren, die einen grossen Teil im Web 2.0-Spektrum abbilden. Einen Tweet an OneNote senden? – das ist nun möglich!🙂 Technisch funktioniert dies über ein simples HTTP POST (https://www.onenote.com/api/v1.0/pages).

ONServiceAPI

Quelle: MSDN

Wem es jetzt in den Händen kribbelt, der kann sich im MSDN mit “Hello World-Beispielen” für alle gängigen Plattformen versorgen. Wer sofort Resultate sehen will, kann sich auf GitHub direkt ein paar Projekte herunterladen und mit Visual Studio testen. Achtung, man denke vorher an die Installation der entsprehenden SDK!

Die Beschränkungen dieser ersten Version der Service API (v1.0) sind allerdings noch spürbar: Lediglich das Erstellen von Seiten ist zur Zeit möglich (dies sieht man an der Clipper App sehr deutlich). Auch lässt sich nicht aktiv steuern, unter welchem Abschnitt die Seite erzeugt wird, daher landet man zunächst unweigerlich immer in der Section “Quick Notes”. Ich habe in der API umgehend nach einer Möglichkeit gesucht, endlich via Windows Phone App ein neues Notebuch zu erstellen. Wenn das möglich gewesen wäre, hätte ich mich direkt hingesetzt und eine entsprechende App gebaut (Uhrzeit ist relativ!). Es stört mich nämlich bis heute, dass ich unterwegs mit meinem Windows 8 Phone (anders als mit den anderen Mobile Devices) keine neuen Notizbücher erzeugen kann. Wenn das noch kommt, ist es so gut wie perfekt!

Wichtig ist, das der herkömmliche Desktop-Client für OneNote bei aller mobiler App-Euphorie mit im Ensemble erhalten bleibt – was bisher der Fall ist. OneNote, der ehemals proprietäre Allrounder hat technisch gewaltig aufgeholt und ist nun endlich wieder auf der Höhe der Zeit. Jetzt heisst es, Apps testen, Apps entwickeln und dranbleiben! Auch wenn die Apps nichts kosten – OneNote in die Büros und Wohnzimmer zu bringen heisst, irgendwann auch Lizenzen für Office 365 zu andere Services (und Devices) zu verkaufen. Es ist heute fast zweitrangig geworden, wie viele Nutzer auch zahlende Kunden sind – Hauptsache, es sind möglichst viele! Denn: potentieller Nutzer von OneNote ist einfach JEDER.

Autor: Karsten Ulferts

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2 Responses to OneNote öffnet seine Pforten – die Service API ist da!

  1. Pingback: OneNote – der Durchbruch! | Kurt Söser

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